Die Ausstellung – Eine Nacht in Wolfsburg.

November 25, 2018    

Die Band… Thorsten Peters/Drums, Martin Willkens/Bass, Birbæk/Front, Waldo Harsch/Keys, Klaus Bergmann/Gitarre.
Es fehlen Matthias Gulc/Backings+Keys, Fred Eckstein/Backings+Show und Britta Krause/Backings+Show.

Gestern nahm meine ehemalige Norddeutschland-Band, Doc KOMA, den mit 500.000 Euro dotieren Niedersachsen-Kulturpreis für Lebenswerk entgegen…

Hahaha.

Verdient hätten wir ihn natürlich, wie so viele Künstler, die Jahrelang mit 100% über die Dörfer getingelt sind, um anschließend 15 Minuten am Stardom zu schnuppern.

Leider stehen momentan goldene Händedrucke höher im Kurs, als faire Honorierung für Künstler. Stattdessen nahmen wir also die Musik-Ausstellung SOUNDTRACK im Schloss Wolfsburg zum Anlass, uns zu treffen und mit der Presse durch die Ausstellung zu gehen. Einerseits ein wirklich seltsames Gefühl, wenn einem permanent bewusst wird, wie lange das alles her ist und welche Entwicklungsschritte man seitdem gemacht hat. Und welche nicht. ;o)

Andererseits war es natürlich einfach großartig, die vielen Erinnerungen zu sehen, Anekdoten zu hören, und zu merken, dass unsere damals so wilde Band immer noch nicht ganz in Vergessenheit geraten ist. Doch mit Abstand das Schönste war es, zu merken, welche guten Typen wir damals in der Band hatten. Sozial, respektvoll, politisch interessiert, Humor, openminded. Und so war die Nacht: Durch die Läden ziehen, schöne Gespräche, schlechte Witze, Anekdoten, freundliches Gedisse, um schließlich in einem Tiny House versacken und das ausgerechnet an dem Allersee, den die Band in „Das schönste Mädchen der Welt“ lila färbt.

Als unser Gitarrist nachts nochmal loszog Bier besorgen, konnte ich nicht mehr an mich halten, und fragte, ob wir früher auch schon so viel Spaß miteinander gehabt hatten. Spontanes, einhelliges feedback aus der Runde: „Nein!“ Früher standen unsere Egos uns im Weg, wir waren jung und wollten die Welt erobern, da wurde das eine oder andere dem Ziel untergeordnet.

Heute war das Ziel schlicht; mit Menschen mit denen man viel erlebt hat, ein schönes Wochenende zu verbringen, an das man sich in 10 Jahren noch erinnern kann.
Done.

Love!
Der Sänger

Eines der schrägen Dinge dieses Tages, war, dass die Ausstellung direkt neben dem Schlosshof vom Wolfsburger Schloss stattfand, in dem ich meinen allerersten Auftritt hatte. Natürlich musste ich kurz rübergehen und…
In meiner Erinnerung war es natürlich viel größer. Es waren damals 400 Menschen im Hof. Mir kam es vor wie 40000 als ich runterschaute. Ich konnte nicht atmen, wusste meinen Text nicht, musste dringend aufs Klo und dann…. dann fingen wir an. Und alles wurde gut. Wir gewannen den Nachwuchspreis, wenn auch auf leicht suspekter Art, nachzulesen in „Mädchen – und andere Katastrophen.“

Hinter Glas… Das fühlte sich auch sehr eigen an. Schön. Aber schrägschön.

All diese Fotos hätte es ohne Michael Spautz nicht gegeben, der seit 40 Jahren(!) Bands in Wolfsburg und Gegend fotografiert. Wahnsinn! Danke!

Hier noch der Beweis, das Doc KOMA kein so irrer Name war, wie man heute vielleicht denkt. Anders als heute, hatten die Bands damals oft provokante Namen, siehe …
Jimmy Pelz Fistfuck USA.

Ein paar Doc KOMA Livefotos.



Nach der Ausstellung – Location1.Location 2.

Zu Dunkel für Allersee-Begehung, daher….

Location 3.

So sahen die Dinger bei Licht aus.

Morgens unser immer gut vorbereiteter Gitarrist Klaus Bergmann. Nach einer kurzen Nacht bringt er Kaffee ans Bett. ;o)
Allersee-Begehung bei Licht.

Wolfsburg – 15 Jahre meines Lebens.
Keiner meiner Familie ist dageblieben.
Keiner von der Band.
Aber wegen der Musik – da waren wir uns letzte Nacht einig – war es dennoch eine verdammt(e) gute Zeit.
So etwas kann Musik.

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