Was mich fertig macht ist nicht das Leben, sondern die Tage dazwischen
Mittelfeldkrise
Wenn das Leben ein Strand ist, sind Frauen das Mehr
Beziehungswaise

Nele & Paul
Die Beste zum Schluss

Wenn das Leben ein Strand ist, sind Frauen das Mehr

2006 hatte ich es geschafft. Nach sieben Jahren schon wieder ein Roman. Hoffte, die Leser nicht mit den ständigen Veröffentlichungen zu überfordern…

Seit Ende 2002 hatte ich wieder richtig Lust einen Roman zu schreiben, aber zum einen brauchte ich einen neuen Verlag und am liebsten einen, der sich beim Marketing, dieselbe Mühe machte, wie ich beim Schreiben. Außerdem fragte ich mich, ob ich es mir wirklich wieder antun sollte, denn beim romanisieren, werde ich auf etwas reduziert, was man egozentrisch nennen könnte. Einschließen, merkwürdige Geräusche von sich geben, Verlust der verbalen Sprache, weil alles an Wort ins Manuskript fließt, und gelegentliche stundenlange geistige Abwesenheit –  was in Freundschaften übrigens ebenso toll ankommt, wie in Beziehungen…
Ich lese manchmal von Schriftstellern, die einen amtlichen Fulltimejob haben und so nebenbei Weltklasseromane schreiben. Oder im selben Haus leben, wie ihre Familie, morgens die Kids zur Schule bringen und dann ein paar Stunden schreiben, bis die Kinder wieder nach Hause kommen. Und dennoch weltklasse sind. Wie machen die das???

Es hatte aber auch Vorteile keinen Verlag zu haben, denn niemand wartete auf mich. Es gab keine Deadline. Ich konnte schreiben, wie ich wollte und das Baby weglegen, wenn ich keine Lust zu schreiben hatte, um erst dann weiterzuschreiben, wenn ich wirklich Lust hatte. Dieser Roman hat bestimmt 15 Überarbeitungen aus reinem Genuss bekommen und ich finde, man merkt ihm das an.  Stilistisch ist „Wenn das Leben ein Strand…“ mit  das Beste, was ich je geschrieben habe und noch einmal Jahrelang an Einzelsätze und Kapitelendungen zu arbeiten, das schaffe ich wohl nur, wenn…

1) ich so erfolgreich werde, dass ich das Tempo selber bestimmen kann.
Oder
2) so erfolglos, dass es eh niemanden mehr interessiert.

Da ich 2) bereits ausgiebig mit der Band kennenlernen durfte, wähle ich dies mal 1). So. Das war meine Botschaft ans Universum. Zurück zum Manuskript.

Irgendwann musste ich es mir eingestehen: Das Buch war fertig. Das Baby war bereit auszuziehen und die Welt zu erkunden, also zeigte ich es Harald Braun. Er zeigte es seiner Lektorin. Sie rief an. Wir trafen uns. Und ich hatte das Glück meine Lieblingslektorin Nicola Bartels kennen zu lernen und wenig später ein Lübbianer zu werden. Ich unterschrieb einen langfristigen Vertrag und zu Wissen, dass ich wieder regelmäßig Romane schreiben würde, fühlte sich wunderbar an. Ich fragte mich, wie ich es bloß so lange ausgehalten hatte, ohne auf diese Art zu schreiben. Romanisieren, ist, als ob man, nach vielen Affären, plötzlich wieder eine Liebesbeziehung hat. Das wollte ich möglichst schnell wiederhaben.

Und darum erschien schon 2 Jahre später…