Nach euch…

Montag, 16. März 2009

Das Blöde an Kunst ist, dass man sie weniger genießt, wenn man sie selber erschafft.

Bevor ich ein Manuskript abgebe, suche ich nach Stellen, die man verbessern könnte. Anschlussfehler, Wiederholungen, Makel jeder Art. Und ich finde sie. Egal, wie oft ich das Manuskript überarbeite – ich finde immer wieder neue Stellen, die ich überarbeiten will. Ich glaube, ich könnte mein ganzes Leben in die Überarbeitung eines einzigen Romans stecken. He, an meinem Todestag wäre das dann ein echt überragendes Werk!!

Oder auch nicht.

Denn Überarbeiten hat einen peak. Der Punkt, wo schlagartig aus Verbesserung, Verschlimmbesserung wird. Und diesen Punkt erkennt man nicht immer sofort. Und manchmal viel zu spät. Und das zu wissen, macht ein BISSCHEN nervös.

Beim Abgabetermin, hat man also die letzten Monate damit verbracht, das Baby auf seine Schwächen abzuklopfen und man weiß, dass es da noch was zu tun gäbe. Eine undichte Kapitelendung … eine sekundäre Hauptzeile … ein unpünktlicher Dialog … eine vernachlässigte Figur… 
Doch das Manuskript muss in Druck.

Kaum ist es weggemailt, macht man sich sofort an die Erzeugung des nächsten Babys und wenn der Roman dann ein Jahr später erscheint, muss man ihn erst mal selber Lesen, um auf der Promo- und Lese(r)tour alle Fragen ädequat beantworten zu können. Doch wenn man das Buch aufklappt, sieht man als erstes… Stellen, die man überarbeiten will. Man will noch mal ran, doch es geht nicht, das Baby ist ja schon gedruckt, ahhhhh!

Als man kurz davor ist, die Lesetour abzusagen und sich unter falschen Namen in Argentinien niederzulassen, kommen die ersten Reaktionen. Und dann, erst dann, durch die Haltungen und Rückkopplungen der Leser, lichtet sich der Schleier. Eure Freude und Lust,  ermöglicht es mir, mein Buch zum ersten Mal zu lesen.

Auch deswegen noch mal Danke für die ersten 4 Wochen Nele & Paul.
Danke für wunderbare Gästebucheinträge, Mails und weitere Schönheiten, die es mir ermöglichen, meinen Filter von „Überarbeitung“ in „Genießen“ zu ändern. Heute suche ich beim Lesen von Nele & Paul, nicht mehr nach Schwächen, sondern freue mich über die guten Dinge. Und wie mein Vater sagte, ist genau das, das beste Rezept für eine gute Beziehung. ,o)

Mange Tak!

Michel

PS: Soeben erfahre ich, dass NELE & PAUL für den deutschen Buchpreis 2009 vorgeschlagen wird! Wow!!

Und das sagen die Medien… 

Die Beziehungstorys von Michel Birbæk sind kleine  tragikkomische Meisterwerke. Und auch dieser federleichte Roman überzeugt mit Witz, Weisheit und Wärme, mit großartigen schrulligen Dörflern und einem trickreichen, hintergründigen Story-Puzzle. Unwiderstehlich.
PETRA

Eine bemerkenswerte Liebesgeschichte. Diese Art Autoren haben wir sehr selten in Deutschland.
SAT 1 BUCHTIPP

Beziehungskomödien sind Michel Birbæks Spezialität. Vielen Frauen dürfte das Herz aufgehen, wenn sie von dem sensiblen Paul lesen, der soviel für seine Nele empfindet. Beim Lesen kann frau sich dem Traum von der einen, der großen Liebe, hingeben, in den witzigen Roman eintauchen – und sich von dem anrühren lassen was Michel Birbæk ausstrahlt: eine besondere Nähe zu Frauen.
BÖRSENBLATT

Michel Birbæk hat eine besondere Dramaturgie für „Nele & Paul“ gewählt. Einem Countdown gleich, zählt er die Kapitel rückwärts. Aus gutem Grund. Die sich abzeichnende Idylle um das wiedervereinte Paar ist trügerisch, das Finale furios.
TRIERISCHER VOLKSFREUND

Auch im aktuellen Roman gelingt Birbaek die Zeichnung seiner Protagonisten wieder so plastisch und sensibel, dass der Leser sie genau zu kennen glaubt. Paul, der als Polizist in einem Kaff der Voreifel schuftet und im Haus seiner behinderten Mutter lebt, hat die Trennung von seiner großen Liebe Nele, selbst nach neun Jahren noch nicht verkraftet. Doch eines Tages taucht Nele wieder auf und dann erzählt Michel Birbaek die bewegende Geschichte von Nele und Paul.
KÖLNER STADTANZEIGER

Den Frauen zu huldigen mit Geschichten, die eine tiefe Sehnsucht nach erfüllter Liebe verraten, das hat der Däne inzwischen zu einer Meisterschaft entwickelt.
THÜRINGER ALLGEMEINE

Für seinen Roman „Beziehungswaise“ (2007) erntete Birbæk viel Lob von Kritikern und Publikum und sein größtes Pfund, um auch diesen Roman zu einem Erfolg zu machen, ist die Leichtigkeit, mit der er schwerwiegende Lebensproblematik angeht, ohne oberflächlich zu sein. Der dänische Autor, der schon seit Jahren in Köln lebt, spart weder mit Emotionen, noch mit Humor und Spannung. Die Klippen der Gefühlsduselei umschifft er mit viel Witz und spinnt dabei mit kriminalistischem Hintersinn eine Liebesgeschichte, die ebenso erfreut wie neugierig macht.
DIE BERLINER LITERATURKRITIK

Michel Birbæk beherrscht, mit viel Witz und genauer Beobachtungsgabe, die Kunst des Leichtseins, die sich deutlich von Oberflächlichkeit unterscheidet. In „nele & paul“ zählt er die Kapitel seines Romans wie ein Countdown von zehn bis null rückwärts, von der Liebespaar-Idylle runter zum grandiosen Ende.
DIE SJ-BELLETRISTIKCHARTS




Die deutsche Sprache…

Mittwoch, 11. März 2009

Neulich schleppte ich eine frisch verlassene Freundin mit auf eine Party. Es war eine gute Party, auf der alles Mögliche passieren konnte und ich wollte unbedingt ein Teil davon werden. Doch ich musste mich um meine Freundin kümmern, die plötzlich, über Nacht, eine Alleinerziehende geworden war.

Wir saßen also ein bisschen Abseits und unterhielten uns. Zwischendurch ging ich los, um uns was zu trinken zu holen und als ich Nachts zum xten Mal mit vollen Gläsern zurückkam, überfiel mich schlagartig die deutsche Sprache. Ich sah meine deprimierte Freundin alleine auf dem Sofa sitzen und dachte Mutterselenallein.

Gut, ich hatte ein bisschen was getrunken, aber dennoch, die Sache traf mich völlig unvorbereitet. Mutterseelenallein. Ich schwankte zum Sofa.

Nach einem weiteren Glas, beschloss meine Freundin die Welt zu vergessen und erstürmte die Tanzfläche. Ich blieb auf dem Sofa sitzen und mir  stand dieses Wort vor Augen. Wie viele Mütterseelen müssen wohl erst alleine sein, bevor sich ein solches Wort in einen Sprachschatz manifestiert? Ich dachte an die Alleinerziehenden, die zuhause saßen, dringend ein bisschen Leben brauchten, aber, wegen dem Kind, nicht vor die Tür konnten. Ich dachte an die Mütter, deren Söhne in den Krieg geschickt wurden. Schließlich musste ich mich kurz auf die Terrasse stellen und durchatmen. Erwähnte ich bereits, dass ich etwas getrunken hatte?

Irgendwann kam meine Freundin raus und fragte, was los sei.
Nee, nee, sagte ich, alles bestens.
Sie musterte mich einen Augenblick und murmelte dann: Schriftsteller…
Sie gab mir einen Kuss, ging wieder tanzen und ließ sich anschließend von einem der Partygäste verwöhnen.
Ich saß derweil zuhause und schieb ein ganzes Kapitel in einer Nacht.
So was kann die deutsche Sprache. Manchmal reicht ein einziges Wort.

Schickt mir eure Lieblingsworte.
Oder bringt sie mir zum Lübbestand auf der Buchmesse. Ich bin 3 Tage dort.

Mein Lieblingswort: Danke.

Dafür, dass Nele & Paul so großartig aufgenommen wird.
Dafür, dass Was mich fertigmacht… in die x-te Auflage gegangen ist.
Dafür, dass Beziehungswaise jetzt auch ins rumänische übersetzt wird.
Und überhaupt… 

Danke.
(Man wirft mir manchmal vor, dass ich das zu oft sage. Kann man das?)

Michel




Ein Grund zu feiern!

Samstag, 7. März 2009

Neu! Neu! Neu! Neues Hardcover, neues Taschenbuch, neues Hörbuch, neue Comedy-CD, neue Homepage – aber ist das denn gleich ein Grund zu feiern?

Letzte Woche erschien NELE & PAUL und nachdem ich letzten Monat schlicht vergessen habe, die Taschenbucherscheinung von BEZIEHUNGSWAISE zu würdigen – bin ich diesmal kurz inne gehalten und habe mal durchgeatmet.

Ein neues Buch. Mein Viertes. Wow.

Man weiß zwar lange im Voraus, dass es erscheint und bejubelt eher die Manuskriptabgabe, aber dennoch: Romanisieren ist harte Arbeit. Kaum einer meiner Lieblingsautoren hat in seinem Leben mehr als 10 Romane geschafft. Und dann feiere ich meine vierte Romanveröffentlichung nicht?!!

Bei meinem ersten Roman habe ich die Vertragsunterschrift nachts vor einem jubelnden Freundeskreis geleistet. Die VÖ haben wir gleich noch mal gefeiert, sowie den Tourstart und die Besprechung in der FAZ und die von Elke Heidenreich und den Verriss von Reich-Ranicki, und, und… Damals war uns jeder Anlass gut genug, doch heute ist man älter, viele haben Kinder oder Erfolg, keiner hat Zeit – schon gar nicht spontan.

Oder?

Ich beschloss, es auszuprobieren. Ich machte eine Location klar und lud meinen Freundeskreis spontan ein, mit mir und NELE & PAUL zu feiern. Keine große Sache, keine Einladungskarten, keinen 8-wöchigen Vorlauf, nichts, außer ein kurzfristiges Rundmail mit Termin, Anlass und Gruß. Fairerweise muss man dazu sagen, dass mein Freundeskreis zum Großteil aus Künstlern, Unternehmern und Eltern besteht – ich war also auf Probleme eingestellt, aber echt nicht darauf: Sorry, bin auf Berlinale, sorry, hab einen wichtigen Abschluss, sorry, muss eine Präsentation vorbereiten, sorry, hab dein Mail zu spät bekommen, sorry, bin in Neuseeland, sorry, bin auf Tour, sorry, bin krank. Sorry, sorry, sorry… Übermorgen schon?? So kurzfristig kann ich nicht. An einem Wochentag??? Wo krieg ich Babysitter, Jobersatz, Auto, Schichttausch, Schlafgelegenheit und überhaupt mal ein paar freie Stunden her?

Ich blies die Party wieder ab und seitdem denke ich über diese Sache nach.
Am bedenklichsten fand ich die SMS einer Freundin: 
Tut mir leid, bin noch auf Geschäftsreise, außerdem ist es ja schon dein Viertes.

Dein Viertes. Als Absagenargument.

Werden Buchveröffentlichungen wie Geburtstage? Feiert man irgendwann nur noch die runden? Oder gar nicht mehr? Gibt es wichtigeres? Klar, wenn man Kinder und/oder Erfolg hat, entstehen andere Prioritäten, aber dennoch – Können wir wirklich darauf verzichten, unsere Erfolge miteinander zu feiern?

Da fällt mir folgende Geschichte ein:
Als ich 16 war, wollte ich meinen Geburtstag ausnahmsweise mal nicht feiern. Zum einen waren die meisten meiner Freunde im Hochsommer eh immer in Urlaub, zum anderen hatte ich schweren Liebeskummer und mir war vielmehr danach mich für immer einzugraben. So organisierte meine Mutter, gegen meinen Willen, eine Party und erklärte mir folgendes: „Sohn, wir hören nicht auf, das Leben zu feiern, weil es an Bedeutung verliert – das Leben verliert an Bedeutung, weil wir aufhören es zu feiern.“

Seitdem feiere ich immer Geburtstag.

Und ab heute werde ich auch nie wieder eine VÖ-Feier auslassen. Aber nächstes Mal werde ich den Umständen Rechnung tragen, und die Party ein Quartal vorher ankündigen, wie es sich gehört. Und wenn meine Freunde dann wieder keine Zeit haben, so werde ich den Newsletter spontan in Gang setzen und euch alle einladen. Mal gucken wer von euch nach Köln reist, um ein Buch zu feiern.

In diesem Sinne… In dem Newsletter eintragen. ,o)

Schöne Feiertage wünscht…

Michel
Und vielen Dank für die schönen Rückmeldungen in Sachen Nele&Paul. Das freut mich wirklich. Sehr. Danke.




Schlechte Nachrichten vs. Johann

Montag, 16. Februar 2009

Eigentlich wollte ich diese Seite nicht mehr beschreiben, weil ich mich so auf meine neue Heimseite freue, die schon fast fertig ist, aber so lange kann ich nicht warten, ich muss nämlich was total wichtiges loswerden, denn, he, ich komme gerade vom Einkaufen!!

Die Medien warnen wie schlimm das Jahr wird, wie hart es uns treffen wird, dass die Weltwirtschaft kracht, viele arbeitslos werden, und die Pole derweil weiter schmelzen. Und da scheint was dran zu sein.

Aber.

Man darf dabei nicht vergessen, dass die Nachrichten auch schlecht waren, als die Weltwirtschaft florierte, die meisten von uns einen Job hatten und keiner jemals Bilder von ertrinkenden Eisbären gesehen hatte.

Als die Börse 2008 richtig krachte, jubelten die Angstverbreiterspakken. Endlich konnte sie Katastrophen verkünden, die sie nicht erst in China oder irgendwo in der Zukunft suchen mussten. Wochenlang überschlugen sich „Finanz-Experten” täglich vor Freude über die DAX-Rekordeinbrüche. Und dann geschah es…

Mitten in dem größten Börsencrash seit langem, wachte ich eines Morgens auf, begrüßte die Sonne, machte mir einen Kaffee und checkte NTV-Online, um zu sehen, wie schlimm es der Welt heute ging und… Der Dax war um über 10 % gestiegen! An einem einzigen Tag! Absoluter Rekord! Das gabs noch nie! Als ich mir vorstellte, was gerade in den Redaktionen los sein musste, konnte ich mir ein hämisches Kichern nicht verkneifen.

Und so legte ich mein Manuskript bei Seite und verfolgte den ganzen Tag genüsslich, wie die Angstverbreiterspakken sich abmühten, auch an diesem Tag von Katastrophen, Angst und drohenden Desastern zu berichten. Und … 

Sie schafften es!
Auch an diesem absoluten Börsenrekordtag aller Zeiten, blieben 98% der Nachrichten negativ und pessimistisch.

Und in Zeiten, wo man Tabakkonzerne und Alkoholhersteller verklagen kann, weil die einem die Gesundheit ruinieren, kann es nur eine Frage von Zeit sein, bis die ersten Medienkonzerne Sammelklagen erhalten, weil ihre Nachrichten Depressionen, Krebs und Selbstmord fördern.

Aber zur eigentlichen Nachricht.

In einer Demokratie ist es wichtig, sich für das Allgemeinwohl zu engagieren. Also ging ich am 2/1 demonstrativ shoppen. Und staunte, dass die Stadt voll war. Sollten die Angstverbreiterspakken wieder mal vergessen haben, ihren Nachrichten mehr als ein Körnchen Wahrheit beizumengen?

Diesmal wohl leider nicht. Dennoch gingen alle shoppen. Ich fing an, die Kassierer mit „Ach, geht’s uns schlecht” zu begrüßen. Sie lachten und machten mir Mut.

Aber zur eigentlichen Nachricht.

Als ich heute, eben noch, vom Einkaufen heimkam, folgte mir ein aufgeregt winkender Mann. Ich dachte, he, ist es endlich soweit? Werde ich doch mal beim Shoppen erkannt und um Autogramme angefleht? Sollten meine Träume hier und heute endlich wahr werden?
Nein. Besser. Ich hatte 50 € verloren und dieser Kerl brachte mir allen ernstes mein Geld wieder.

Und so widme ich meine erste persönliche Nachricht des prognostizierten Schreckenjahres 2009 einem fremden Mann namens Johan. Ich danke dir. Und ich wünsche euch allen da draußen: Frohes neues Jahr! Möge der Johan mit euch sein!

Amen.




Guten Rutsch und… Skål!

Samstag, 3. Januar 2009

Auch wenn wir jetzt einen „türkischen“ Tatort-Kommissar haben, so klagen türkische Schauspieler weiterhin, dass ihnen immer nur dieselben 3 Klischee-Rollen angeboten werden:
1) Als Kriminelle.
2) Als Mörder.
3) Als kriminelle Mörder.

Jaja, der Pole klaut, der Türke killt und der Däne? Was macht denn der noch mal?

Nachdem der WDR mich Mitte der Neunziger für einen betrunkenen Quickie im Fahrstuhl engagierte, und mir wenig später Geld dafür bezahlte, dass ich einfach so vor der Kamera Bier trank, steckte ich bereits in der Klischee-Schublade.
Seither musste ich – bis auf einzige Ausnahme -, jedes Mal Alkohol trinken, wenn ich fürs Fernsehen engagiert wurde.

Es gibt schlimmeres, aber dennoch: Der Pole klaut, der Türke killt und der Däne säuft den ganzen Tag?
Wenn man erst Mal in einer solchen Schublade steckt, dann versuch mal da wieder rauszukommen. Keine Chance!!
Da bleibt einem nur noch eins: Sich wenigstens auf das nächste Klischeelevel zu hieven.
Türkische Schauspieler können sich ja, mit der Zeit, vom Mörder zum Serienkiller hochtöten, und was kann ein Däne?

Genau.

Und ich habs getan.

Ich habe mich zu den Sprechrollen hochgesoffen.

Meine erste Sprech-, bzw. Lallrolle.
Ein Satz.
Als betrunkener Däne.
29/12 20h15. ZDF. TV-Movie: Marie und der Charme des Bösen.

Im Januar gibts die neue Homepage und BEZIEHUNGSWAISE als Taschenbuch.
Im Februar NELE&PAUL und im April die Tour zu FRAUENGESCHICHTEN.
Dazu natürlich viele Lesungen zu NELE&PAUL.
Live-Termine erscheinen hier im Januar.

Danke für ein schönes Jahr, viel Spaß, schöne Begegnungen und ein paar unglaubliche Augenblicke. Mann, das Leben ist unfassbar, oder? Ich freue mich auf 09!

Alles Gute und einen fetten Rutsch,
wünscht euch,

der Däne
(stocknüchtern)




Frauenforschung

Freitag, 12. Dezember 2008

Da die Presse mich eh immer “Frauenversteher” nennt, dachte ich, ok, dann versuche ich mal wirklich Frauen zu verstehen. Nach zehn Jahren Essays und Kolumnen für Frauenmagazine, wie Allegra, Women, Petra, Maxi, ging ich also ins Studio und nahm ausgewählte Texte auf.
Und seitdem, plötzlich… verstehe ich Frauen!!

Kleiner Scherz.

Manchmal, nachts, wenn ich über weibliches Verhalten grübele, muss ich an den großartigen Meeresforscher Jacques Cousteau denken. Jahrzehnte lang bereiste er die Welt, erfand wasserdichte Kameras, entwickelte den ersten Lungenautomaten, stellte einen Weltrekord in Freitauchen ohne Atemgerät auf, erfand für die Marine ein motorisiertes Fortbewegungsmittel unter Wasser, dann ein amtliches Forschungs-U-Boot und schließlich eine tiefseetaugliche Kamera. Nebenbei schrieb er dutzende Bücher und drehte weit über 100 Filme.

Was viele nicht wissen: Das alles tat er, weil die Alternative dazu gewesen wäre, zuhause zu bleiben und versuchen seine Frau zu verstehen.

So haben Frauen schon viele gute Männer in die Forschung getrieben. Dort erfanden wir den Dampfkochtopf, das Porzellan, den Schlafwagen, das Telefon und das Silikon – alles Dinge die von Frauen benutzt werden. Nur die Frau an sich blieb bis heute ein unbekanntes Wesen.
Fast täglich werden bei der Frauenforschung neue unbekannte Arten entdeckt. Sie leben in einer Tiefe, in der Männer nicht überleben können und wenn sie zu schnell zu uns auftauchen, erleiden sie schwere Dekompressionserkrankungen. Zentrale Embolien verursachen Bewusstseintrübungen und wichtige Gehirnbezirke fallen aus.
Erst dadurch sind sie in der Lage Beziehungen mit uns zu führen.

Manche Frauenarten erholen sich wieder von den Embolien, machen Schluss und tauchen wieder ab. Doch erstaunlich viele nehmen für uns das Leben an der Oberfläche in Kauf. Dieses verstehen zu lernen, ist einer der großen Aufgaben der Frauenforschung.

In der Ursachenforschung machen wir nur bedingt Fortschritte. Auch nach Jahrhunderte langen Forschungen durch exzellente Meeresbiologen und großartigen Menschen wie Jacques Cousteau, ist bis zum heutigen Tag ungefähr 1% der Tiefsee erforscht. Damit ist die Tiefseeforschung der Frauenforschung ungefähr 1% voraus. Dennoch sind wir es diesen liebevollen und manchmal so kompliziert wirkenden Lebewesen schuldig, die Forschungen weiter voran zu treiben.

Als Zwischenfazit der Frauen- und Beziehungsforschung erscheint meine CD “Frauengeschichten” im November bei Audio Lübbe und überall im Handel.

Viel Spaß damit!!

Michel




Juno

Dienstag, 1. Juli 2008

Die Nachricht meines Monats: Der Kokon liegt jetzt beim Verlag und wird dort zum Schmetterling… Hui Metapher.
Also, ich habe den Roman abgegeben, die Überarbeitung der Redigierung ist geschafft. Und wie immer hat es sich gelohnt. Je öfter man mit neuem Schwung überarbeitet, umso besser. Jedes Mal kommt was dazu. Was Kleines, Feines. Nuancen, die einem Buch Leben einhauchen. Hm. Hey! Ab Fassung 150 bin ich ja dann vielleicht so richtig der Oberhammer! He, das muss ich dringend ausprobieren!
Also. In Zukunft brauche ich dann 20 Jahre pro Roman.

Manuskript abgegeben und das Leben verändert sich schlagartig. Vorbei die Soloshow vor dem Rechner. Jetzt kann ich wieder mehrere Dinge gleichzeitig machen, was während der Romanphase einfach unmöglich ist.
Nächste Woche gehts ins Studio wo die Kolumnen-CD „Frauengeschichten“ aufgenommen wird. Gleichzeitig arbeite ich an meinem ersten Theaterstück, versuche für eine Klasseband (Triband) zu texten und dann schreibe ich endlich wieder Drehbücher. Mann, hab ich das vermisst! Dazu kommen Fototermine, Trailerdrehs und andere Vorbereitungen für die nächste Tour. Klingt nach Stress? Ja! Endlich! Hurra! Nach über einem Jahr Roman-sit-in, ist solcher Stress wie ein Bad im Meer.

Letzten Monat unterbrach ich den Roman immerhin mal für einen Tag. Wann immer mir in den letzten Jahren Rollen als Schauspieler angeboten wurden, musste ich genau hinschauen. Da ich kein Schauspieler bin, muss die Rolle mir nahe sein, denn wenn ich mich vor der Kamera zu sehr verstelle, empfinde ich es als Verrat gegenüber mir selbst. Häh, wie, was? Ja. In Zeiten wo schon den Kindern im Kinderfernsehen beigebracht wird, auf Kommando zu lachen und applaudieren, klingt das vielleicht irgendwie altmodisch. Aber leider kann ich nur Dinge tun, mit denen ich mich irgendwie identifizieren kann. In den heutigen Teflonzeiten gilt man dann schon als “schwierig”. ,o)

Immerhin konnte ich vor der Kamera mit Frauen tanzen, an Bars hängen, Musiker und Leibwächter sein und als Torwart in Sönke Wortmanns Fußballserie Bälle parieren.
Hat alles Spaß gemacht.
Doch neulich dann der perfekte Anruf! Man fragte, ob ich Lust hätte, eine Szene in einem TV-Movie zu spielen. Als betrunkener Däne! Dem konnte ich natürlich nicht widerstehen. Ist ja quasi typeacting. ,o)

Hat Spaß gemacht. Ich verrate keine Ausstrahlungstermine, aber wer mich irgendwo 2008 im TV als betrunkener Däne entdeckt, kriegt ein Geschenk!

Euch allen einen schönen Juni.

Euer Däne, nüchtern.




Mai

Samstag, 31. Mai 2008

Noch ein Traum!

Zwischen dem Tag als ich mit 18 meine erste Band gründete und dem Tag als ich mit 35 meine Rocknroll-Karriere abschloss, lagen eine Menge harte Arbeit und genauso viel Spaß.
Meine Bands waren immer Livebands. In Sachen Energie und Action brauchten wir uns hinter keinem zu verstecken.
In Sachen Karriereplanung hinter jedem.

Wir waren einer dieser Bands, die immer wieder in aller Munde war und trotzdem gewisse Rockband-Standards nie erreichten.
Als da wären…
… richtige Hotelzimmer.
… richtige Gagen.
… und natürlich ein richtiger Plattenvertrag.
(Liebe Kids: Damals gab es noch Plattenfirmen!)
(Und … die waren total wichtig!!)
(Lacht nur, aber… das ist die Wahrheit!!)

Als wir endlich einen Vertrag vorgelegt bekamen, unterschrieben wir ihn nicht wegen dem Kleingedruckten. Wir wollten ja Rockstars werden, nicht Sklaven auf Niedriglohnniveau. Also versuchten wir zu verhandeln und wurden sofort gecancelt, denn hinter uns stand schon die nächste Band bereit, um die Verträge mit ihrem eigenen Blut zu unterschreiben.

Also kein Plattenvertrag.

Eine Platte haben wir natürlich trotzdem gemacht und auch den damaligen Kölner Gig-Grandslam (Domplatte, E-Werk, LiveMusicHall,) gespielt, sowie ein paar etablierte Bands die so unvorsichtig waren uns als Vorband zuzulassen, Angst und Schrecken eingejagt, nicht zu vergessen der ganze Spaß, die absolute künstlerische Freiheit und … und… und…
Aber.
Wir haben eben nie einen Plattenvertrag unterschrieben.
Und so existierten wir nicht wirklich.

Jetzt, 10 Jahre später, werde ich einen Plattenvertrag unterschreiben. Keine Angst: Ich werde nicht singen!
In den Jahren als Kolumnist für verschiedene Frauenmagazine, hat sich so manches an Beziehungs-, und Frauengeschichten zusammen gesammelt und genau die werden bei Lübbe Audio als Hörbuch erscheinen. Nur gesprochen. Versprochen.

Also. Ich habe ihn den verdammten Plattenvertrag.
Wieder ein Traum.
Es ist vielleicht wirklich nie zu spät.
Es kommt zwar anders, als man denkt. Aber he… es kommt!

Also Ihr Lieben, zieht an eure Träume!

Euer Däne




April

Sonntag, 4. Mai 2008

April/:2

Bänker sollten vom Steuerzahler finanziell unterstützt werden.

Das Fernsehprogramm hat nichts mit der allgemeinen Verblödung zu tun.

Religionen fördern den Frieden.

Handys geben keinen Elektrosmog von sich.

Atomkraft ist sicher.

Der Scheck ist in der Post.

Mein neuer Roman erscheint noch diesen Monat.

April, April.

Aber die Live-Termine unten stimmen. ,o)

Viel Livehaftiges wird es dies Jahr allerdings nicht geben, da ich eine kleine Auszeit nehme, um andere Projekte und Babys voranzutreiben. Dieses Jahr wird es noch eine Veröffentlichung geben, dazu später mehr.
Allen Hørbuchfans kann ich Beziehungswaise jetzt auch ans Ohr legen. Gesprochen hat es Florian Lukas.

Euch allen einen herrlischen April und bis zur nächsten Lesung.

Euer Däne
PS: Heute erschien meine erste Kolumne in Welt am Sonntag. Was mich daran zusätzlich begeistert, sind die Antworten der Leser. Viel Spaß! ,o)




März

Dienstag, 1. April 2008

Endlich. Wieder. Leben.

Ich weiß nicht, wie man so etwas schonend beibringt, also…

Roman beendet.

Nach 1 ½ Jahren Schreiben geht das Manuskript jetzt zum Lübbe-Verlag, wo es von einem Ghostwriter komplett umgeschrieben wird.
Oder für gut befunden, redigiert und in 2 Wochen zum Gegenlesen zurückgeschickt.
Ab da wird nichts mehr dran geändert… Hahaha. Ich werde jede Sekunde nutzen, denn man kann einen Roman zwar beenden, aber nie vollenden. Schreiben ist ne Baustelle.

Am Samstag den 01/03 präsentiere ich BEZIEHUNGSWAISE auf einer Buslesung(!) für 1live. Da mir immer schlecht wird, wenn ich im Auto lese, werde ich mir vorsichtshalber den Körper mit Pflaster gegen Seekrankheiten zukleben. Die Sache soll ab 20h auszugsweise live über den Sender gehen.

Zudem ist in der neuen GALORE das Vogel/Birbæk-Interview erschienen und in der neuen PETRA stehen die Gründe, wieso ich Frauen bevorzuge.

Ach und, ups, letzten Sonntag habe ich mal wieder die dänische Moderation von SENDUNG MIT DER MAUS gesprochen.
Im Schreibwahn habe ich vergessen es zu posten, aber es zu tun war so schön wie immer. I love Maus!

Ab April gibt es wieder ein paar Livetermine.

Bis dahin wünsche ich euch 31x – Guten Tag.