Kriminacht

Mittwoch, 12. Mai 2010

Neulich kam mal wieder eine ganz andere Nachfrage für einen Auftritt.

Eine Kriminacht mit 5 Krimi-Schriftstellern.

Ich dachte, hm. Eigentlich schreibe ich ja Beziehungsgeschichten. Ich finde zwar Liebeskummer brutaler als Tatort, aber würde das Krimi-Publikum das auch so sehen?Welche Texte sollte ich lesen? Und sollte ich wirklich meine Schreibphase für einen einzelnen Gig unterbrechen? Und würde ich es überleben nach Frank Schätzing auf die Bühne zu gehen, der gerade mit seiner fetten Multimedia-Show das Land aufmischt?

Wie immer hat es sich gelohnt, einfach JA zu sagen. Mir wäre sonst einiges entgangen, denn ich hatte gestern das Vergnügen tolle Kollegen bei der Arbeit (und beim Kölsch) zu erleben. Ich wusste gar nicht, dass deutsche Krimis so sau lustig sind!! Schwer gelacht und mich mit Lesestoff eingedeckt.

Die kann ich alle empfehlen: http://moerderischesvergnuegen.de
Auch live. Es wurde gestern auf hohem Niveau vorgetragen.

Als ich dann als Letzter auf die Bühne ging, passierte das, was ich an LIVE liebe. Zuerst eröffnete unser Moderator Tommy Millhome mir, dass unsere Bands vor 15 Jahren einen Doppelgig auf der Popkomm hatten. Erinnerungen wurden wach und ausgetauscht. Autsch. ,o)

Dann stellte ich fest, dass ich den falschen Anfangstext eingepackt hatte. Ich las ihn dennoch vor und lernte: der funktioniert auch vor Krimizuhörern. Aha!

Schön war natürlich auch, dass ein besoffener Bayernfan auftauchte, und meinte die Veranstaltung unbedingt auf sein 4 Promille-Sha-na-na-na-level runtersingen zu müssen. Ich baute ihn in den Text ein und so hatten wir alle eine Menge Spaß und er war plötzlich künstlerisch wertvoll. Das schockierte ihn so, dass er eine Treppe hinunterfiel und zugleich aus unserem Gesichtsfeld und aus der Geschichte verschwand.
Großer Sport.

Dann saß eine alte Freundin (Sie ist natürlich nicht alt, sondern wir kennen uns bloß länger…) überraschend im Publikum und hatte Geburtstag. Inspiriert durch das Gespräch mit Tommy über die alten Bandzeiten, nutzte ich die Gelegenheit um ein Ständchen zu singen. Ich sang!! Und die Leute blieben im Raum!!!! Ha! Die Zeiten ändern sich!

Mein zweiter Text war dann Krimi. Aber ich dachte, wo wir doch schon so schön beim Improvisieren sind, versuchen wir mal was anderes. Also bat ich jemand aus dem Publikum zum Lesen auf die Bühne und – das war ein Fehler! Der las so gut, dass alle dachten, er gehört zur Show. Schlimmer noch, er war so gut, dass ich danach gehen wollte. Das hat man nun vom Improvisieren.

Jedenfalls überredeten wir mich die letzte Geschichte vorzutragen. Einer meiner Lieblingskurzgeschichten, aus der Zeit, als ich noch kriminalistische Shorties verfasste. Nie veröffentlicht, aber oft zuhause gelesen. Meine kleine Hommage an den großartigen Andrew Vachss. Ich dachte, der Text geht vielleicht in die Hose, weil er so anders ist. Böse. Politisch unkorrekt. Unhappy Ende.

Aber er funktionierte. Und ich hatte während des Lesens einer dieser Glücksflashs, die man bekommt, wenn ein Baby die ersten Schritte macht.

Und zum Schluss ein weiterer Höhepunkt. Ich beweine ja gerne den Misstand, dass ich, wenn ich mit Frauen auftrete, immer zuschauen muss, wie sie Blumen bekommen und ich nicht. Ich meine, he, Männer haben auch Gefühle! UND ICH LIEBE BLUMEN!! Unser Kultveranstalter Uwe A.O. Heinlein nahm sich das zu Herzen und schenkte mir einen schönen Strauss Tulpen. Klasse! Wie ich in der Folgezeit merkte, lernt man mit einem Strauss Blumen in der Hand unglaublich schnell, unglaublich viele Menschen kennen. Das merke ich mir.

Dann wurde signiert und schließlich zogen Künstler & Veranstalter & Teile des Publikums los, was trinken. Nach ein paar Stunden und gute Gespräche, landete ich schließlich auf einer Party und tanzte die Nacht.

Ein schöner Abend.

Eine schöne Nacht.

Und alles ausgelöst, durch ein kleines Ja im richtigen Moment.

Bevor ich mich nun wieder einparke und weiterschreibe, 2 Infos.

1) Heute Abend (7 März) kommt einer meiner wenigen Lieblingssendungen im deutschen TV. „Zimmer Frei“. Gast ist mein Lieblingskabarettist Michael Ehnert. Ich hatte das Vergnügen, ihm die Lobhudelei sprechen zu dürfen und nach Aufzeichnung der Sendung, schön mit Crew, Künstler und Moderatoren ein wenig zu versacken. Auch ein schöner Abend. Ja!

2) Und ich habe noch mal Ja gesagt. Diesmal zum Baumhausverlag. Sprich: Im Frühjahr 2011 erscheint mein erstes Kinderbuch und ICH FREUE MICH SEHR!!! JA!

Und bald wird’s Frühling und dann gibt es Sonne und dann wird gelächelt und dann wird geknutscht und dann sind die Nächte warm und dann kann man draußen schlafen und dann wird unter Sternen getanzt und alles riecht nach Abenteuer. Au ja!

Viel Vorfreude, einen intensiven Frühling und Mut zum Jasagen, wünscht euch

Euer Däne




Winter is cool

Sonntag, 7. März 2010

Ich liebe Jahresanfänge. Alles ist noch so leise und jetzt auch noch dieser Schnee! Großartig!

Ich schreibe in dieser Ruhe, und habe zugleich als Motivation vor Augen, dass es im Frühjahr mit dem NELE & PAUL Taschenbuch und kleiner Promoreise losgeht, und dann im Herbst DIE BESTE ZUM SCHLUSS und mehr Reisen und Kontakte und Augenblicke und … Leben.

In der Zwischenzeit, könnt ihr unter “Schriftsteller” mehr über den Inhalt von DIE BESTE lesen.

Viel Spaß, schönen Winter und, he, bald wirds Frühling!

Michel




Frohes neues Ja!

Montag, 1. Februar 2010

Neues Jahr – neuer Roman! Seit ein paar Minuten liegt DIE BESTE ZUM SCHLUSS beim Verlag. Vielleicht gewöhne ich mich eines Tages an das Gefühl, der Abgabe. Ich hoffe nicht. Es ist jedes Mal ein so verrücktes Gefühl der Unwirklichkeit. Wie Hugh Grant in Notting Hill sagte: „Surreal, aber schön.“ Ich fühle mich, wie Snoopy, wenn er auf seinem Dach steil geht, gleichzeitig bin ich leicht verstört, weil es vorbei ist, und freue mich zugleich, weil nun etwas neues beginnen kann.

Ein wirkliches Problem war diesmal lustigerweise… die Dankesseite.
Ich gebe mir ja immer mühe mit den Dankesseiten, doch adäquat würde ‚mein Danke’ mittlerweile mehr Raum einnehmen, als die Geschichte. Nach langem Kopfzerbrechen, habe ich mich daher für eine spartanische Dankeseitedebütvariante entschieden. Lasst euch überraschen.

So. Und nun belohne ich mich eine Zeitlang mit dummen schönen Handlungen. Danach setze ich mich hin und schreibe hoffentlich schlaue, schöne Empfindungen, die ich bei diesen Handlungen hatte. Recherche, halt. ,o)

Euch einen schönen Winter, und wenn ihr abgedrehte Tanzspuren findet, die an einem Schneehaufen enden, aus dem Schuhe hervorgucken – zieht mich raus und setz mich an den Ofen. Vielleicht liegt da ja auch ein anderer Schriftsteller, der gerade Abgabe hatte. Oder ein Besoffener auf dem Heimweg. Oder einer von John Irvings tanzenden Bären… Himmel, ich muss endlich schlafen.

Vorher noch eines… Wie ich höre, kann man DIE BESTE ZUM SCHLUSS schon überall im Netz vorbestellen. Tut das, wenn ihr Lust habt. Dadurch suggeriert ihr dem Verlag, dass aus mir vielleicht was werden kann und dann machen sie noch mehr Werbung und dann denken die Buchhändler vielleicht, dass aus mir möglicherweise was werden kann und dann bestellen sie mehr Bücher, und dadurch schieße ich vielleicht auf die Bestsellerliste und dann glauben eventuell noch mehr Menschen, dass ich vielleicht was kann und kaufen meine Bücher, obwohl ich „der Mann, der über Liebe schreibt“ bin, „was Mann Frauen überlassen sollte“, und dann, tja dann wird vielleicht noch mehr aus mir. Hey!

Und da 2009 vorbei ist, an dieser Stelle rückblickend einen schönen Gruß an den Lesungsbesucher, der nach der Leseshow in Braunschweig? Hamburg? zu mir kam und mir freudestrahlend erklärte, dass er meine Bücher lieben würde, dies aber niemand sage, da er sich sehr freue, dass ich immer noch so unbekannt wäre, weil Erfolg die Leute ja verändere, und er wolle lieber, dass ich so bleibe und weiterhin so schreibe.
Vielen Dank. Ich weiß, wann man mir ein Kompliment macht.

Ein RIESEN Kompliment an die Lübbevertreter. Egal wo ich auf der Lesereise Buchläden betrat, so traf ich dort oft auf Birbæk-Lesetische, auf die ich mich am liebsten draufgelegt hätte, um mit meinen Babys zu schmusen. (Ich muss wirklich schlafen, sagte ich schon, ja?) 2009 sind die Buchverkäufe noch mal sprunghaft angestiegen. Etwas, was mich sehr freut. Schön, dass immer mehr Menschen offen sind, für Liebesgeschichten dieser Art.

Passend dazu, meine Lieblingsliverezi 2010. rezi Vielen Dank auch an die Veranstalterin und ihrem großartigen Team, und der liebevollen, schnapslastigen Künstlerbetreuung nach einem langen miesen Anreisetag mit der deutsche Bahn. Mittlerweile beträgt die Lesezeit in meinen Leseshows keine 30 Minuten mehr, was mir ein bisschen Ärger und sehr viel Freude bereitet.

Und zum Schluss… ihr. Fremde Menschen, die manchmal sehr schnell unfremd wurden. Tak und vielen, vielen Dank für Gästebuchdoping, Mails, überraschende Postpakete, Drinks und Augenblicke. Danke an das Pärchen, das mich in Urlaub einlud. Und an die Frau, die sich in der Bahn von mir ein Sybille Berg Roman signieren ließ. Und die Bänkerin, die mir zinslose Mikrokredite erklärte. Und den Journalisten auf der Pressereise durch Dänemark. (Und dem Kamerateam!) Und dem dänischen Kulturinstitut, und meinem Booker, auch für den Ausritt in die Schweiz, und dem halbimprovisierten vollgefühlten Auftritt in Heidelberg, dem unvergesslichen Open-Air-Gig in Mainz, dem Veranstalter in Kellinghusen, und natürlich der Lübbe-Mannschaft, mit der ich reiste, stritt, tanzte, lachte, und tatsächlich manchmal zu Null spielte!!

Das Leben ist manchmal schräg, und nicht alle haben es 2009 geschafft. Aber wir haben noch ein Jahr geschenkt bekommen. Ich freue mich. Leben is gut.

Ich sollte mich jetzt wirklich hinlegen.

Nur noch eines… DANKE für 2009! Ich freue mich auf 2010!

Bis bald…

Ein schlaftrunkener, euphorischer Däne




Die erste und letzte JVA-Lesung

Samstag, 12. Dezember 2009

Mit der Einstellung meistens einfach Ja zu sagen, habe ich mir schon eine Menge Spaß eingehandelt. Dazu Liebe, Augenblicke, Gespräche, Reisen, Begegnungen und andere großartige Erfahrungen. Doch manchmal ist die Entscheidung falsch.

So neulich.

Ich wurde angefragt, ob ich vor einer Lesung, einen Auftritt in der 5 Kilometer entfernten JVA machen würde. Ich sagte Ja. Überall schon gelesen, aber im Knast nie. Neue Erfahrung, also los. Leider vergaß ich zu fragen, wer da drin sitzt und kurz vor dem Auftritt realisierte ich, dass es circa 100 Sexualtäter waren, die Hälfte davon lebenslänglich.

Ich kann Skinheads verstehen, wenn auch nicht ihre Dummheit und Aggressionen gutheißen… Ich kann für manche Mörder Verständnis aufbringen, sogar, wenn die Sache mein Leben betrifft… Ich kann Bänker und andere Gierjunkies verstehen, aber nicht ihre Haltung, dass das System Schuld sei. Mit ähnlichen Aussagen, Ich habe nur Befehle befolgthaben sich damals Nazis rausgeredet… Wenn ich mich bemühe, kann ich alles verstehen.

Pädophile und Vergewaltiger will ich aber nicht verstehen. Ich könnte vielleicht, aber ich möchte es nicht. Und ich muss auch nicht. Ich will sie einfach scheiße finden und hassen. Wegen all den Frauen auf der Welt und den vielen Freundinnen von mir, die von diesen Arschlöchern vergewaltigt, beschmutzt, benutzt und seelisch verstümmelt worden sind.

Als ich neulich Abend begriff, dass ich gleich vor der Menschengruppe auftrete, die ich am meisten verachte, hatten sich bereits mehrere Eisentore hinter mich geschlossen. Was jetzt? Zicken oder Durchziehen? Wie immer…

Ein stranger Abend. Gitter, Wachpersonal, Eisentüren, keine Fenster, doch das Publikum, circa hundert männliche Insassen und 3 Frauen vom Personal, wurde unterhalten. Ich erzählte von meiner Kindheit und meiner Ausfahrt Kunst. Viele meiner Jugendfreunde sitzen im Knast oder sind tot, doch weil ich Musik- und später das Schreiben entdeckte, gehöre ich nicht dazu. Vielleicht kam das bei dem einen oder anderen an. Vielleicht. Was aber ganz sicher ankam, war die Erkenntnis, als ich anschließend völlig überdreht zur nächsten Lesung fuhr, ICH MACHE NIE WIEDER WAS FÜR TÄTER!

Ich werde nie wieder einen Finger für Täter krümmen. Vielleicht ne Faust. Aber keinen Finger. Ich möchte mich verstärkt für Opfer einsetzen. Sowohl. Als auch. Ich werde das Honorar der JVA-Lesung für den Weißen Ring spenden. Wenn ihr weitere schöne Ideen habt, wie ich helfen kann, inspiriert mich bitte.

Danke.

Apropos Danke.

Eine Freundin, die sich von Tätern nicht brechen ließ, schrieb mir neulich: Ich hoffe, das Wort Danke nutzt sich nicht ab. Groß. Nein Süße, das Wort erwischt mich immer wieder voll. I love Danke! Und die Gründe dafür. Und die Anlässe. Und die Motivation.

Mads, der Protagonist in meinem neuen Roman, sagt: Helfen hilft! Und anschließend sagt dann meistens auch noch jemand danke zu dir.

Und ich mal wieder zu euch. Das Gästebuch ist ein warmer Ort, dank euch. Die Mails die ich bekomme, sind zum Teil unbeschreiblich. Ehrlich, warm und schön. Und manchmal so perfekt getimt, dass ich denke, ihr habt ne Webcam in meiner Wohnung. Gerade in den letzten Wochen wurde ich extrem beschenkt. Es bedeutet mir viel. Und ich, der Konzerte hasst, in denen die Künstler irgendwann sagen, I love you all! oder ganz Westernhagenerisch: Ihr seid geil! möchte euch sagen: ……………………………………………………… Danke.

Michel




Newsletter…

Donnerstag, 26. November 2009

Ihr Lieben,

wundert ihr euch, wieso ihr so selten einen Newsletter von mir bekommt?

Zum einen möchte ich euch nicht zuspammen.

Zum anderen sollen Newsletter ja Neuigkeiten transportieren und so viel Neues gibt es in Schreibphasen nicht zu berichten.

Eins dann doch… Das nächste Baby ist in der ersten Fassung!

Jetzt beginne ich mit der ersten Überarbeitung, sprich, das Einarbeiten aller Dinge, die mir beim ersten Durchlesen aufgefallen sind. Das dauert 1 Monat. Dann bleibt es 2 Wochen liegen, dann kommt die nächste Überarbeitung usw. Das geht so lange weiter, bis der Verlag mich zwingt, das Manuskript abzugeben, dann geht das Lektorat los und der Druck und dann… ja, dann… dann erscheint es im August.

Der Titel ist…

DIE BESTE ZUM SCHLUSS

Es gibt keinen perfekten Augenblick für Liebe – außer, man macht einen perfekt!

In diesem Sinne… Eine schöne Zeit mit Augenblicken, wünscht euch

Euer Däne

PS: Bezüglich der vielen Anfragen zur Buchmesse. Ich werde in Frankfurt nicht dabei sein können. In Leipzig dann wieder.

PST: Und danke für Mails, Gästebuchdoping und mehr. Danke. Wird alles zu Zeilen.

ACHTUNG!!!! Durch einen Computerselbstmord sind alle Newslettereintragungen zwischen 01/09-15/10 2009 verloren gegangen. Wer sich in der Zeit eingetragen hat (und den CSM nicht für ein Zeichen hält…), der muss sich noch mal eintragen, um in die Newsletterliste aufgenommen zu werden. Danke. Und Tschuldigung.




Sommerüberraschungen

Dienstag, 29. September 2009

Als Dankeschön und Signal an meiner neuen Heimat, wollte ich deutscher Staatsbürger werden. Zu meiner Überraschung musste ich feststellen, dass es keine doppelte Staatsbürgerschaft gibt. Wirklich merkwürdig, wie eine solche Information an mir vorbeiziehen konnte… Peinlich.
Ich müsste also meinen dänischen Pass abgeben, um einen deutschen zu bekommen. Auch peinlich, denn das geht nicht. Ich kann nicht zu meinem Geburtsland, in dem meine gesamte Familie lebt, Nein sagen, um zu meinem Lebensland Ja sagen zu dürfen. Wer sich das ausgedacht hat, kann gerne noch mal in Klausur gehen.

Eine weitere Überraschung…
Klar, das Wetter. Immer wieder überraschend, dass es Sommer wird und man es kaum merkt. Aber. Als Däne fühlt man sich ja sofort heimisch, wenn’s durchregnet. Anscheinend bemüht sich in Deutschland das Wetter um meine Integration! Na, vielen Dank.

Eine schöne Überraschung…
… war der WDR-Beitrag von WESTART über NELE & PAUL. Schön gemacht, sweete Bilder und die richtigen “Kommentare”. Als plötzlich auch noch Livebilder meiner Ex-Band auftauchten, wusste ich, hier hat jemand sehr gründlich recherchiert. Leider kann man diesen Beitrag aus rechtlichen Gründen nicht posten. Aber vielleicht findet ihr ihn irgendwo im Netz…

Jetzt nutze ich die Sommerpause um zu Schreiben und der erste Romanflash war schon da. Voll rein und Tagelang nicht mehr raus. Ah, ich liebe das. Das gibt’s wirklich nur beim Romanisieren und ich habs vermisst. Also, tauche ich jetzt ab ins Buchstabenland.

Einen schönen Sommer voller schöner Überraschungen, wünsche ich euch!

Michel




P & Ps…

Mittwoch, 10. Juni 2009

Junge, Junge, war das spannend. Mit 2 verschiedenen Programmen auf Tour zu sein, war neu für mich, aber alles lief super. Klasse Publikum, wunderschöne Reaktionen, großartige Locations, fette Presse, und, natürlich, die P&Ps.

P&P…?
Blacky Fuchsberger verriet mir einmal seine geheimen Moderationstipps: Pannen & Pausen. Und, he, ersteres habe ich voll drauf! Von Stolpern auf der Bühne, bis zu falsche Einspieler im entscheidenden Satz, Texte (zuhause) vergessen, oder im Presseshooting aus einer durchgeschüttelten Wasserflasche (Kohlensäure) zu trinken… Pannen nerven, aber gleichzeitig sind es auch die Dinge, auf die man mit am meisten angesprochen wird. Also schwör ich aufs Blacky-Konzept und das tolle ist, ich muss gar nichts dafür machen, die P&Ps kommen ganz von alleine… ,o)

Jetzt geht es übergangslos wieder ins Schreiben. Mal schauen, wie lange es dauert, bis ich runterkomme… reinkomme… draufkomme… Hoffentlich muss ich nicht erst Wochenlang den Ansatz, Anfang, Eingang suchen. Ich freue mich schon seit Wochen auf den Tag, an dem ich mich an den Rechner setze, und meine neue Romanwelt öffnet sich vor mir und saugt mich ein. Hmmmm….

Bevor ich in die Nichtöffentlichkeit versacke, möchte ich mich noch mal bei euch bedanken. Für den Besuch … für die vielen schönen Anregungen… Vorschläge… Rückmeldungen … Angebote… Vielen, vielen Dank. Das tat und tut gut. Ich nehme es mit ins Schreiben. Danke. Und bis zum nächsten Mal. Hoffentlich bald. Ich freue mich drauf. Sehr. Hmmm. Danke. Hab ich schon gesagt? Danke, Danke, Danke.

Einen schönen Sommer wünsche ich euch!




Schriftstellertage

Donnerstag, 30. April 2009

Hab heute nichts zu sagen. 

Es hat mir nicht einmal die Sprache verschlagen. 

Ich wachte auf und …. leerer Kopf.  

Ein stiller Tag.

Ohne Worte.

Mein Kopf ist stumm.

Wäre heute das perfekte Vorstandsmitglied.

Sprachlos hat man plötzlich viel Zeit zum Gucken.

Und Zuhören.

Und Nachdenken.

Vielleicht reden manche Leute deswegen so viel.

Vermeidungsstrategie.

Oder Bühnenshow.

Auf der Bühne muss man reden, sonst wollen die Leute das Eintrittsgeld zurück.
Außer man ist Pantomime.
Und das wollen wir ja nicht.
Dafür rede ich auch zu gern.
Aber um Schreiben zu können, muss ich erst beobachten, was mich zum Nachdenken bringt, was mich zum Schreiben zwingt. Und das passiert, wenn ich nicht rede.

Also spreche ich heute nicht.

Und warte, was passiert.

Wohlwissend, dass es passiert.

Schriftstellertage.

Ich liebe sie.




Buchmesse(r) Leipzig

Donnerstag, 9. April 2009

Jedes Mal, wenn ich von einem Buchmesser nach Hause komme, bin ich noch tagelang hochgetaktet, wie früher, nach einer Tour mit der Band. 1000 schöne Augenblicke mit Kollegen, Lübbe-Mitarbeitern, Lesern, und Fremden. Es macht einfach Spaß, Kollegen zu ihren Shows begleiten und lernen… direktes Feedback von Lesern zu bekommen… viele Impulse, Tipps und Infos von den Verlagsmitarbeitern zu erhalten… Und trotz aller  Termine und Meetings tagsüber, finden die wichtigen Gespräche dann doch gerne Nachts an den Theken statt – was ich ebenfalls sympathisch finde.

Jemand nannte die Buchmesse einst “das Oktoberfest für Intellektuelle.” Super Spruch! Wenngleich, er nicht zutrifft. Auf der Buchmesse haben die Leute Umgangsformen, sind besser angezogen und benutzen gerne ihr Gehirn. Außerdem wird viel mehr gesoffen. ,o)

Eine Lesung hatte ich auch. Der Raum war nicht optimal, aber das glichen die Besucher aus, und die Tatsache, dass viele von der Lübbe-Belegschaft vorbeischauten. Es ist wirklich schön, wenn man als Schriftsteller merkt, dass der Verlag sich dafür interessiert, was man, außer Schreiben, noch so macht. Das klingt vielleicht merkwürdig, aber nur, bis man weiß, dass die großen Verlage jedes Jahr hunderte Autoren veröffentlichen und fast jeder Autor natürlich gerne “betreutes Leben” hätte. Da fehlen jedem Verlag schlicht die Kapazitäten. Aber ich kann mich echt nicht beschweren. Von hier aus, einen FETTEN Dank an alle Lübbianer, inklusive Außendienstler & Azubis – ihr seid süßer als Zucker!

Was gibts noch zu berichten… hm… tja, manche Geschichten unterliegen leider der Schweigepflicht, andere … auch.
Ach ja, ein weiterer Clou: Ich saß bei der Lesung vor einer Heizung und verlor 3 Kilo in 90 Minuten. Diät-Lesen. Das kommende Ding.
Was noch? Hm…ach so, ja, Nele & Paul wird für den Deutschen Buchpreis 2009 vorgeschlagen.
WAS???!! SAG DAS NOCH MAL!!!
Jedes Mal, wenn ich von einem Buchmesser nach Hause kom-
DAS DOCH NICHT, DU PAPPNASE! DAS MIT DEM PREIS!!!
Nele & Paul wird für den Deutschen Buchpreis 2009 vorgeschlagen.

Ich muss sagen, dass mich das schwer getroffen hat. Klar, das Buch wird weder gewinnen, noch auf die “Longlist” oder “Shortlist” kommen, aber für einen – Achtung, der Autor zieht die Migrantenkarte – Menschen, der ab 12 erst mal die Sprache lernen musste, ist alleine schon dieIdee für einen deutschen Literaturpreis in Betracht gezogen zu werden, ein innerliches Erdbeeressen. Ich freue mich sehr. Sehr. 

In diesem Sinne, wünsche ich euch einen ebenso schönen Tag.

Michel




Nach euch…

Montag, 16. März 2009

Das Blöde an Kunst ist, dass man sie weniger genießt, wenn man sie selber erschafft.

Bevor ich ein Manuskript abgebe, suche ich nach Stellen, die man verbessern könnte. Anschlussfehler, Wiederholungen, Makel jeder Art. Und ich finde sie. Egal, wie oft ich das Manuskript überarbeite – ich finde immer wieder neue Stellen, die ich überarbeiten will. Ich glaube, ich könnte mein ganzes Leben in die Überarbeitung eines einzigen Romans stecken. He, an meinem Todestag wäre das dann ein echt überragendes Werk!!

Oder auch nicht.

Denn Überarbeiten hat einen peak. Der Punkt, wo schlagartig aus Verbesserung, Verschlimmbesserung wird. Und diesen Punkt erkennt man nicht immer sofort. Und manchmal viel zu spät. Und das zu wissen, macht ein BISSCHEN nervös.

Beim Abgabetermin, hat man also die letzten Monate damit verbracht, das Baby auf seine Schwächen abzuklopfen und man weiß, dass es da noch was zu tun gäbe. Eine undichte Kapitelendung … eine sekundäre Hauptzeile … ein unpünktlicher Dialog … eine vernachlässigte Figur… 
Doch das Manuskript muss in Druck.

Kaum ist es weggemailt, macht man sich sofort an die Erzeugung des nächsten Babys und wenn der Roman dann ein Jahr später erscheint, muss man ihn erst mal selber Lesen, um auf der Promo- und Lese(r)tour alle Fragen ädequat beantworten zu können. Doch wenn man das Buch aufklappt, sieht man als erstes… Stellen, die man überarbeiten will. Man will noch mal ran, doch es geht nicht, das Baby ist ja schon gedruckt, ahhhhh!

Als man kurz davor ist, die Lesetour abzusagen und sich unter falschen Namen in Argentinien niederzulassen, kommen die ersten Reaktionen. Und dann, erst dann, durch die Haltungen und Rückkopplungen der Leser, lichtet sich der Schleier. Eure Freude und Lust,  ermöglicht es mir, mein Buch zum ersten Mal zu lesen.

Auch deswegen noch mal Danke für die ersten 4 Wochen Nele & Paul.
Danke für wunderbare Gästebucheinträge, Mails und weitere Schönheiten, die es mir ermöglichen, meinen Filter von „Überarbeitung“ in „Genießen“ zu ändern. Heute suche ich beim Lesen von Nele & Paul, nicht mehr nach Schwächen, sondern freue mich über die guten Dinge. Und wie mein Vater sagte, ist genau das, das beste Rezept für eine gute Beziehung. ,o)

Mange Tak!

Michel

PS: Soeben erfahre ich, dass NELE & PAUL für den deutschen Buchpreis 2009 vorgeschlagen wird! Wow!!

Und das sagen die Medien… 

Die Beziehungstorys von Michel Birbæk sind kleine  tragikkomische Meisterwerke. Und auch dieser federleichte Roman überzeugt mit Witz, Weisheit und Wärme, mit großartigen schrulligen Dörflern und einem trickreichen, hintergründigen Story-Puzzle. Unwiderstehlich.
PETRA

Eine bemerkenswerte Liebesgeschichte. Diese Art Autoren haben wir sehr selten in Deutschland.
SAT 1 BUCHTIPP

Beziehungskomödien sind Michel Birbæks Spezialität. Vielen Frauen dürfte das Herz aufgehen, wenn sie von dem sensiblen Paul lesen, der soviel für seine Nele empfindet. Beim Lesen kann frau sich dem Traum von der einen, der großen Liebe, hingeben, in den witzigen Roman eintauchen – und sich von dem anrühren lassen was Michel Birbæk ausstrahlt: eine besondere Nähe zu Frauen.
BÖRSENBLATT

Michel Birbæk hat eine besondere Dramaturgie für „Nele & Paul“ gewählt. Einem Countdown gleich, zählt er die Kapitel rückwärts. Aus gutem Grund. Die sich abzeichnende Idylle um das wiedervereinte Paar ist trügerisch, das Finale furios.
TRIERISCHER VOLKSFREUND

Auch im aktuellen Roman gelingt Birbaek die Zeichnung seiner Protagonisten wieder so plastisch und sensibel, dass der Leser sie genau zu kennen glaubt. Paul, der als Polizist in einem Kaff der Voreifel schuftet und im Haus seiner behinderten Mutter lebt, hat die Trennung von seiner großen Liebe Nele, selbst nach neun Jahren noch nicht verkraftet. Doch eines Tages taucht Nele wieder auf und dann erzählt Michel Birbaek die bewegende Geschichte von Nele und Paul.
KÖLNER STADTANZEIGER

Den Frauen zu huldigen mit Geschichten, die eine tiefe Sehnsucht nach erfüllter Liebe verraten, das hat der Däne inzwischen zu einer Meisterschaft entwickelt.
THÜRINGER ALLGEMEINE

Für seinen Roman „Beziehungswaise“ (2007) erntete Birbæk viel Lob von Kritikern und Publikum und sein größtes Pfund, um auch diesen Roman zu einem Erfolg zu machen, ist die Leichtigkeit, mit der er schwerwiegende Lebensproblematik angeht, ohne oberflächlich zu sein. Der dänische Autor, der schon seit Jahren in Köln lebt, spart weder mit Emotionen, noch mit Humor und Spannung. Die Klippen der Gefühlsduselei umschifft er mit viel Witz und spinnt dabei mit kriminalistischem Hintersinn eine Liebesgeschichte, die ebenso erfreut wie neugierig macht.
DIE BERLINER LITERATURKRITIK

Michel Birbæk beherrscht, mit viel Witz und genauer Beobachtungsgabe, die Kunst des Leichtseins, die sich deutlich von Oberflächlichkeit unterscheidet. In „nele & paul“ zählt er die Kapitel seines Romans wie ein Countdown von zehn bis null rückwärts, von der Liebespaar-Idylle runter zum grandiosen Ende.
DIE SJ-BELLETRISTIKCHARTS